Walter, 79

Holz begleitete mein Leben und trug zum Wohl der Familie bei.

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Walter, 79

Holz begleitete mein Leben und trug zum Wohl der Familie bei.

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Bereits als Junge hatte ich eine besondere Beziehung zu Holz und Holzverarbeitung.

Zu Hause hatten wir eine Laubsäge und so stellte ich kleine Laubsägearbeiten her. Für meine Schwester erarbeitete ich in wochenlanger Feinarbeit ein Holzkistchen für Wolle und Handarbeitsutensilien. Diese Fähigkeit sollte mir und meiner Familie in der Nachkriegszeit noch sehr nützlich sein. Als 14–jähriger begleitete ich meine Mutter auf eine ihrer „Hamsterfahrten“.

Zu der Zeit waren Lebensmittel nur über Bezugsscheine zu bekommen und waren äußerst knapp. Gerade die Menschen aus den Städten litten Hunger. Bei den Hamsterfahrten versuchte man nun bei Bauern im Umland, Haushaltsgüter aller Art gegen Lebensmittel zu tauschen.

An diesem Tag hatte ich ein in wochenlanger Arbeit hergestelltes Holzpferd mit Wagen dabei, in der Hoffnung, ein Bauer gäbe uns dafür etwas zu essen. Wir hatten Glück, einer Bäuerin gefiel das Spielzeug, sie wollte es ihren Enkelkindern schenken.

Die Freude war groß, als sie uns einen Lebensmittelbezugsschein für 20 kg Brot überreichte. So hatte meine Arbeit zum Wohl der Familie beigetragen. Später lerne ich den Beruf des Schreiners.

Für Laubsägearbeiten hatte ich leider keine Zeit mehr. aber man kann sagen: Holz begleitete mein Leben.